„Fokus, Baby“ oder the sexiness of Dranbleiben (oder: Das Wunderding der Woche!!)

Ach ja, das Dranbleiben. Wie oft bin ich schon die Königin der Prokrastination gewesen. Unzählige Nachmittage, an denen noch akute Dinge erledigt werden mussten, Dinge wie Eisessen, am Kanal rumhängen, mich mit Freunden treffen, die nur jetzt gerade da sind..

Und dann am Ende des Tages das Gefühl, das die eine Stunde, die jetzt noch Zeit ist, auch nicht wirklich reicht. Und es stimmt schon, für mein Gemüt ist es wichtig, zu wissen, dass ich Zeit für etwas habe. Zeit, stundenlang am Laptop meine Sachen zu machen. Damit eben auch Zeit zum Unkreativ-sein bleiben kann.

Wenn ich nur eine Stunde habe, dann muss ich – denke ich jedenfalls – ja in die eine Stunde die ganze Kreativität packen, die ich sonst für einen ganzen Tag habe. Aber manchmal habe ich eben nicht Tage für eine Aufgabe. Menschen, die auch einen Blog schreiben (und alle anderen wahrscheinlich auch), wissen, dass eben oft andere Dinge wichitg sind, und der Blog dann eben nicht den ganzen Montagvormittag bekommen kann. Manchmal muss die halbe Stunde am Abend reichen. Auch wenn sich die Perfektionistin in mir dreht und windet und ‚Uaaaahhaahahaaaa‘ miaut.

Es stresst mich. Was mich stresst, will ich nicht in meinem Leben haben. DAS SOLL DOCH SPASS MACHEN. Das ist doch meine verdammte SELBSTVERWIRKLICHUNG! Also, wenn es keinen Spaß macht, dann passiert das: Ich werde zur Königin der Prokrastination. Es ist soviel los, ich habe keine Zeit.

Das kann ich eine Weile sogar so durchhalten. Aber vielleicht kennt ihr das auch? Irgendwann zieht das nicht mehr. Irgendwann schlafe ich schlecht. Oder wache morgens schlecht gelaunt auf. Denn ich beginne, permanent das Gefühl zu haben, nicht mehr hinterherzukommen. Denn: Das Ding muss raus. Also, der Blog. Oder der Vortrag. Oder die Werbung. Oder was auch immer.

photo credit: Danny Luan

Heute habe ich dazu mal wieder etwas schönes gelesen. Es kam ganz unverhofft beim Unterrichten als Statistik auf mich zugeflogen: 6×10 Minuten üben ist besser als 1×60 Minuten. Ich wiederhole: 6×10 Minuten üben ist besser als 1×60 Minuten.

Soll heißen: Auch wenn dies der schlechteste Blog-Beitrag des letzten Jahres ist, weil ich nur 20 Minuten Zeit hatte: Besser ein schlechter Blog als gar kein Blog. Besser jeden Tag kurz dransitzen als nur einmal die Woche.

Ich habe mir das letzte Woche dann versprochen. Da hatte ich nämlich einen solchen Anfall von ‚Das geht jetzt so nicht weiter‘, ‚Du musst dich mal ranhalten‘ und ‚Fokus, Baby!‘. Da strenge ich mich dann wirklich selber an. Heisst: ich stresse mich selber wie eine alte Oberlehrerin. Die auch ein Teil von mir ist. Nunja.  Aber wenn ich mir dann endlich mal wieder die 6×10 Minuten versprochen habe, dann kann ich auch wieder atmen. Und schlafen. Freunde treffen ist nämlich nicht alles im Leben. Selbstverwirklichung ist auch ein Teil. Und schlafen. Und Blog schreiben. Und Werbung machen. Und essen, singen, lachen. Und wild sein. Und Finanzen im Auge behalten. Und Planen. Und Durchführen. Und alles.

(Ich höre jetzt auf, denn ich habe nur noch 5 Minuten, um das Ding hier klar zu kriegen)

WAS DAS MIT STIMMTRAINING ZU TUN HAT? NATÜRLICH ALLES!

Denn – da ist es genauso! Ich sage euch, 6×10 Minuten – das ist das Wunderding der Woche. Die Stimme aufwärmen, 6×10 Minuten in der Woche, Leute, dann liebt euch eure Stimme. Dann ist der Körper immer schneller startklar. Dann erinnert sich der Körper über den Tag. Denn er macht es ja jeden Tag!

Einmal die Woche, well, da vergisst man schnell schon wieder alles. Aber jeden Tag ein bisschen – BÄM!

Mein Geheimrezept ist ja das ausgelöste Selbstvertrauen, das dir durch diese 10 Minuten wiederfährt. „Stimme aufgewärmt?“ – „Hab ich schon gemacht!“ – Das verursacht im Gehirn Entspannung. Und dadurch werden im ganzen Körper die absoluten Entspannungssignale ausgesendet. Wie toll ist das denn?!?

Also mehr von ‚Hab ich schon gemacht!“ Und weniger ‚Oh Gott, ich muss noch‘. Das passiert bei 6×10 Minuten. Und das bringt mir echt mehr Freude. Und Entspannung. Und…

Nee, jetzt reichts. Die 20 Minuten sind um und das Ding geht jetzt raus. ‚Fokus, Baby!‘

Alles Liebe. Immer.

Maren*