Lauter sprechen ohne Druck – geht das ?

photo: Cem Onojeghu

Was machen wir, wenn wir eben recht leise sprechen und laut sprechen sich einfach nicht authentisch anfühlt. Wir wollen uns nicht verstellen und laut sprechen ist mit Anstrengung verbunden – und damit mit einer Verstellung. Wir können nicht lauter sprechen. Das sind wir doch nicht, sagen wir uns. Und, ‚wir sind eben so, wie wir sind‘.

Das hilft aber nichts, wenn trotzdem keiner zuhört. Die Welt nimmt oft wenig Rücksicht darauf, wie wir sind.

Was machen wir dann?

Der Chef will, dass wir lauter sprechen, die Kollegen murmeln genervt ‚lauter bitte‘. Der innere Kritiker motzt sowieso schon: ‚Du musst einfach mal lauter sprechen! So schwer ist das doch nicht!‘

Spätestens dann fühlen wir uns auch leise nicht mehr authentisch. Wir fühlen uns nur noch gestresst und damit immer weiter entfernt von unserer Mitte. Ein übliches Dilemma.

Weggucken hilft in diesem Fall leider wenig. Weghören auch nicht.

Als Baby haben wir sicherlich noch kräftig geschrien, wenn wir Hunger hatten. Wir konnten laut und fordernd sein. Weil wir mussten. Die Stimme ist also eigentlich da. Das sind doch schon mal erfreuliche Nachrichten.

Wichtig ist, einmal zu erlauben, dass unsere Stimme sich im Laufe unserer Sozialisation bestimmten Anforderungen unterworfen hat. Es hatte Gründe – gute und wichtige, die dazu geführt haben, dass wir leiser gesprochen haben. Die Frage ist, ob wir uns erlauben wollen, uns wieder in unseren Kapazitäten zu erweitern.

Das geht nicht mit Druck, deswegen funktioniert es meist auch nicht auf Kommando in den wichtigen Meetings. Wir müssen unseren Geist ein wenig austricksen. Deswegen geht man im Stimmtraining gerne den Umweg über die Körper- und Atem-Entspannung. Entspannung hat nämlich 2 tolle Effekte:

  1. Entspannen wir und damit erleben wir mehr Raum, und kommen wieder mehr in unsere Mitte.
  2. Kann die in den Muskeln gespeichterte Spannung wieder ins Fließen kommen und uns dort zur Verfügung stehen wo wir sie brauchen: Als Energiefluß für unsere Stimme. Die kann dann mit Leichtigkeit ins Außen schwingen.

Das Spannende, was Klienten immmer wieder erleben: Um hörbar zu sein müssen sie nciht zwangsläufig schreien. Im Gegenteil, wenn ihr Körper Resonanzraum werden darf, können sie mit ihrer normalen Sprechstimme den ganzen Raum füllen. Und das tatsächlich ganz ohne Druck.

Dann flüstert auf der anderen Seite des Raumes niemand mehr genervt ‚lauter bitte‘. Sondern alle hören mit offenem Mund zu. So leicht geht das.

 

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