Being a wonderwoman – Let the magic happen

photo credit: Mia Takahara

Wow, diesen Donnerstag bin ich mal wieder so richtig und von Herzen inspiriert worden: Von Daniela Batista dos Santos, Gründerin von ‚The Circle of Wonderwomen‘.

 

Mein erster Gedanke – wo hat sie denn diesen großartigen Namen her – ich will auch! Aber natürlich mag ich auch meinen Namen, keine Frage. Der zweite Gedanke – wow – die hat sich getraut. Raus aus dem Wohnzimmer, rein ins betahaus. Das ist ja eigentlich bekannter für Start-Ups, Social Media und Digital Tech. Im Leitungsteam arbeiten auch hier tolle, inspirierende und engagierte Frauen, die den Laden stark mit prägen. Wenn man, wie ich, hier viel arbeitet, sieht man aber immer noch mehr Männer in blauen Pullis hinter ihren Bildschirmen als Frauen in Pink und mit Goldketten. Ich schmeiße mir manchmal extra etwas Gold ins Gesicht, damit ich nicht vergraue und bin dankbar für alle Riesenblumensträuße, die dann doch auf den Tischen stehen. Einfach weil ich in inspirierender Umgebung viel inspirierter – und fröhlicher – arbeite.

Egal – Zurück zu Daniela. Die sich mit einer pinken Präsentation hierher wagt und mal eben das vollste Betabreakfast veranstaltet, das ich bisher erlebt habe. ‚Sorry – Kein Platz mehr frei‘ heißt es an der Bar. Daniela hält eine klasse, lebendige, persönliche und offene Präsentation darüber, warum Frauen sich in Kreisen treffen, um sich verletzlich und ehrlich zeigen zu dürfen. Warum in Kreisen? Weil das einen geschützten Rahmen bietet. Und weil Menschen sich schon seit Jahrtausenden in Kreisen treffen. Am Feuer. Zum Geschichten Erzählen. Für Rituale.

Schon mal ein Lagerfeuer veranstaltet? Egal, wo am Anfang alle ihre Drink schlürfen – am Ende des Abends sitzen alle am Feuer – im Kreis.

photo credit: Mike Erskine; unsplash.com

In unserer westlichen technik-geprägten Welt sind Gefühle immer noch etwas verrufenes. Klar, jetzt kriegen sie gerade viel Aufmerksamkeit. Aber wenn sie die kriegen, dann müssen sie gleich wieder für irgendetwas nutzen. Entspannung und Meditation zur Stress-Reduktion? Ja! – Denn ein ausgeglichener Arbeitnehmer arbeitet doch besser als einer im Burn-Out. Wohlbefinden zur Produktivitätssteigerung. Klar, das uns auch das irgendwie sauer aufstößt und sich dann doch nicht so gut anfühlt. Es baut sich nur noch mehr Druck auf. Jetzt müssen wir nicht nur viel arbeiten, sondern auch noch entspannt. Und glücklich außerdem. Hallelujah.

Deswegen: Im Kreis treffen. Geschützt. Vertraut. Unter Frauen. Wenn kein Mann dabei ist, nimmt auch die Innenbewertung ab. Und hey – ja – natürlich freuen wir uns alle auf den Moment, wenn wir uns nicht mehr selbst im Dauer-Check-Up haben, nur weil ein Mann mit im Raum ist. Deswegen ist der bewußte Rückzug in den Kreis von Frauen ja eben manchmal so wichtig. Um aus der Dauerbewertungsschleife raus zu treten. Ehrlich sprechen zu können. Um das mal wieder zu üben.

Und: Um die Solidarität von Frauen wieder zu erleben. Die gibt es nämlich. Nur weil uns über Jahrhunderte antrainiert wurde, andere Frauen als Konkurentinnen wahrzunehmen, heißt das nicht, dass wir unsere Wurzeln ganz vergessen haben. Unsere Wurzeln liegen im friedvollen und unterstützenden Miteinander. Weil wir sonst gar nicht überlebt hätten.

photo credit: Anne Oschatz, anneoschatz.de

In allen Kreisen, in denen ich bisher war, war es eine wahre Erleichterung für alle Frauen, sich wieder mit sich selbst zu verbinden und dabei von anderen Frauen gesehen und unterstützt zu werden.

Bisher wurde diesen Kreisen öffentlich wenig Beachtung geschenkt. Sie bestehen eher am Rande der Gesellschaft. Obwohl die Frauen, die sich dort treffen, mitten im Leben stehen.

Daniela Batista dos Santos hat jetzt einen Schritt gewagt, der wichtig ist und notwendig. Sie ist damit öffentlich geworden. Ich finde das gut und mutig und inspirierend, weil sie zeigt – und das volle betabreakfast gibt ihr Recht – : Der Bedarf nach Verbindung ist da. Die Sehnsucht nach gemeinsamer Stille, Öffnung und Heilung ist groß – die meisten wissen nur nicht, wohin mit dieser Sehnsucht.

Eine große Vorreiterin der Frauenkreise ist die Schamanin und Heilerin Mira Michelle. Sie öffnet schon seit Jahren in Hamburg den Raum für Frauen, in den Mondkreisen im Devah St.Pauli. Mit Sacred Female Rising hat sie eine Plattform geschaffen, in der Frauen wachsen können – und vor allen Dingen auch mit ihrer Verletzlichkeit und mit ihrer Stärke gesehen und anerkannt sind. Ganzheitlich. Das tut gut. Aus dem Kreis dieser Frauen sind in den letzten Jahren starke Verbindungen gewachsen.

Daniela betont jetzt, dass sie genau auch die Frauen mit in die Kreise holen will, die nicht so spirituell unterwegs sind. Die mit Kristallen, Verbindung mit Mutter Erde und Lagerfeuern vielleicht gar nicht so viel am Hut haben, aber die Sehnsucht nach Verbindung mit anderen Frauen ist auch bei ihnen da. Für sie hat sie den The Circle of Wonderwomen gegründet.

Und mit ihrer lebendigen, erfrischenden Art, mitten aus dem Leben heraus macht sie ihn auch groß. Das ist schön – und das ist wichtig. Wenn wir auf diesem Planeten überleben wollen, dann brauchen wir die Kraft von Frauen soviel mehr. Und wir brauchen sie eben nicht nur im Wohnzimmer. Wir brauchen sie im betahaus, wir brauchen sie in der Politik, wir brauchen sie überall. So – Let your magic happen!

Ahey!

Und:

Alles. Liebe. Immer.

Eure Maren*

photo credit: Evgenja Ortmann
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