Tanzen hilft!

14956634_913659602104355_7959331013671505540_nAm Wochenende habe ich mal wieder getanzt. Wie lange ist das schon wieder her. Wenn man sich nicht mehr so oft unter die alkoholisierten Massen begibt, verschwindet das Tanzen immer mehr – von der inneren Tanzfläche.

 

Dabei verdrängt man, dass wir ja tatsächlich immer tanzen könnten. Statt zu gehen zum Beispiel. Oder anstatt uns zu streiten. Bewegung hilft uns, um alte Strukturen im Körper aufzuweichen. Grandios festgestellt habe ich das während eines Spaziergangs mit heftigen Diskussionen mit einer Arbeitskollegin. Mein Körper sehnte sich plötzlich nach Ausgleich zu den ganzen ernsten, schwierigen Themen und meine Arme begannen, sich relativ unkontrolliert nach oben und unten, rechts und links zu bewegen. Ich ging und machte eine Art ‚Geh-Armschlenker-Tanz‘. Meine Gesprächspartnerin war einigermaßen irritiert. Aber was geschah? Erstens: Mein Sprache veränderte sich. Statt ernst und wichtig meinen Standpunkt darzulegen, wurde meine Ausdrucksweise leichter. Zweitens: Sobald meine Ausdrucksweise leichter und ’singender‘ wurde, wurde mir das Thema und eine Lösung nicht mehr so unbeschreiblich wichtig. Ich konnte MICH plötzlich leichter nehmen. Drittens: Obwohl wir mitten in dieser emotionalen Diskussion waren, mussten wir beide lachen. Das Gespräch nahm eine ungeahnte Wendung. Wir konnten uns viel besser aufeinander einlassen. Den Rest des Weges haben wir mit Lösungen verbracht statt mit Problemen.

Es war wie ein kleines Wunder. Genauso ein kleines Wunder wie am Samstag abend, als ich, völlig unalkoholisiert, mich selbst und meinen Körper mit abgefahrenen Dance-Moves überraschte. Wo kam denn der Wille zu DIESER Bewegung her?

Ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Aber es war ein großer Spaß. Wenn man frei tanzt, inspirert man automatisch andere dazu, auch endlich wieder freier zu tanzen. Es gibt mehr Lachen auf der Tanzfläche. Und: mehr Gefühl. Gefühl zu mir selbst. Zu mir als Mensch, zu mir als Frau, zu mir als wunderschönes abgefahrenes Wesen auf dieser Erde. Wir sind eben auch alle ein bisschen verrückt. Wir wissen eben nicht über alles Bescheid. Auch nicht über alles in uns drin. Beim Tanzen kann man wirklich ein bisschen loslassen, und sich selber mal wieder einfach sein lassen.

Den gleichen Effekt gibt es beim Stimmtraining. Da tanzen wir nicht im klassischen Sinne. Aber wir verbinden, wie beim ‚Geh-Armschlenker-Tanz‘ , Körperbewegungen mit unserer Stimme. Und – wer hätte das gedacht – wir können uns mehr klingen lassen. Mehr selbst sein lassen. Loslassen. und feststellen, dass wir als diese unglaublichen wundersamen Menschenwesen auf diesem Planeten eine Stimme haben, die mit uns verbunden ist, und nicht von uns kontrolliert werden muss.

Also: Beckenkreisen, Popowackeln, Arme schlenkern und TANZEN! Tanzen hilft. Und es macht verdammt viel Spaß!

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